Der häufigste Irrtum im Feld
44,1 kHz ist keine Tonhöhe
„Wie stelle ich meine Soundkarte auf 432 Hz?“ — gar nicht. Die Zahl auf deiner Soundkarte und der Kammerton deiner Musik sind zwei verschiedene Dinge, die zufällig dieselbe Einheit tragen. Das erklärt mehr Forenfragen als alles andere in diesem Thema.
Abtastrate
44 100 Hz
Wie oft der Ton gemessen wurde — 44 100 Momentaufnahmen je Sekunde. Eine Eigenschaft der Aufzeichnung, nicht der Musik. Sie sagt nichts darüber, wie hoch oder tief etwas klingt.
Kammerton
432 Hz
Wie schnell die Luft schwingt — bei einem bestimmten Ton, dem A über dem mittleren C. Eine Eigenschaft der Musik. Sie sagt nichts darüber, wie fein aufgezeichnet wurde.
Ein Film hat 24 Bilder je Sekunde. Wie schnell der Schauspieler geht, steht auf einem anderen Blatt.
Die Fragen, die daraus entstehen
Kann ich meine Soundkarte auf 432 Hz stellen?
Nein — die Einstellung, die du dort findest, ist etwas anderes. Soundkarten kennen 44,1 kHz, 48 kHz, 96 kHz und ähnliche Werte. Das sind Abtastraten. 432 wäre dort keine gültige Angabe, und selbst wenn du sie eintragen könntest, käme kein 432-Hz-Kammerton dabei heraus, sondern eine unbrauchbare Aufzeichnung.
Was du eigentlich suchst, macht ein Programm, das zwischen Musik und Lautsprecher sitzt und die Tonhöhe verschiebt. Genau das ist der IYAMBAE Tuner.
Wie wandle ich einen Song von 44.100 kHz auf 432 Hz um?
Die Frage steht so in Dutzenden Foren, und sie lässt sich nicht beantworten, weil sie zwei Größen verrechnet, die nichts miteinander zu tun haben. Die Abtastrate bleibt, wo sie ist. Verändert wird die Tonhöhe des Inhalts — von 440 (oder wo die Aufnahme wirklich steht) auf 432. Das sind 1,8 Prozent tiefer, oder 31,8 Cent.
Aber wenn ich die Abtastrate ändere, klingt es doch tiefer?
Ja — und genau das ist die Verwechslung, die den Irrtum am Leben hält. Wenn du eine mit 44 100 aufgezeichnete Datei mit 43 309 abspielst, klingt sie tiefer. Sie läuft dann aber auch langsamer: Ein Stück von vier Minuten dauert plötzlich vier Minuten und vier Sekunden.
Es ist trotzdem ein sauberer Weg, wenn man ihn will: Es wird keine einzige Zahl neu gerechnet, nur eine andere Rate in den Dateikopf geschrieben. Bitgenau, ohne jeden Verlust — bezahlt mit dem Tempo. Wer das Tempo behalten will, kommt daran nicht vorbei, dass gerechnet werden muss.
Verliert die Musik beim Umstimmen an Qualität?
Bei verlustfreiem Material — FLAC, WAV, AIFF, ALAC — wird der Ton einmal neu berechnet und dann wieder verlustfrei abgelegt. Kein zweiter Komprimierungsschritt, kein Stapeln von Artefakten.
Bei MP3 oder AAC liegt es anders: Was schon einmal stark komprimiert wurde, müsste beim Zurückschreiben ein zweites Mal komprimiert werden. Deshalb ist verlustfreies Ausgangsmaterial hier keine Feinheit, sondern der Unterschied.
Und was ist mit „mein Stück ist in 432 Hz“?
Auch das ist streng genommen schief, aber es ist eine nützliche Abkürzung. Ein Musikstück hat nicht eine Frequenz — es hat viele, gleichzeitig, ständig wechselnd. Gemeint ist immer der Bezugston: Wenn das A über dem mittleren C auf 432 Hz liegt, liegen alle anderen Töne entsprechend. Die Stimmung ist ein Raster, kein einzelner Ton.
Welche Zahl bedeutet was
| Zahl | wo sie vorkommt | was sie bedeutet |
|---|---|---|
| 44 100 Hz | CD, die meisten Dateien | Messungen je Sekunde |
| 48 000 Hz | Film, Video, viele Geräte | Messungen je Sekunde |
| 16 Bit | CD | Feinheit jeder einzelnen Messung |
| 320 kbit/s | MP3 | Datenmenge je Sekunde nach dem Komprimieren |
| 432 Hz | Stimmung | Schwingung des Bezugstons A |
| 440 Hz | Stimmung, Norm ISO 16 | dasselbe, anderer Wert |
Die ersten vier Zeilen beschreiben die Datei. Die letzten zwei beschreiben die Musik. Dass beide in Hertz gemessen werden, ist der ganze Grund für die Verwirrung.
Willst du wissen, worauf deine Musik wirklich steht?
Zieh eine Datei ins Fenster — das Messwerkzeug sagt dir in ein paar Sekunden den Kammerton. Kostenlos, im Browser, nichts wird hochgeladen.