Menüleisten-App · macOS · offener Test
Acht Hertz sind der Unterschied. Hör ihn dir an.
Zwei Töne, die dicht beieinander liegen, löschen sich abwechselnd aus. Man hört ein Pulsieren — so stimmen Menschen seit Jahrhunderten Instrumente, indem sie warten, bis es aufhört. Zieh den Regler von 440 auf 432 und du hörst genau das, was der IYAMBAE Tuner mit deinem ganzen Systemton macht.
Schwebungsmesser · Referenz A = 440,0 Hz
Ton einschalten, dann den Regler bewegen.
Zwei Sinustöne im Browser, nichts weiter — der Tuner selbst arbeitet am fertigen Klang und verschiebt nicht die Tonhöhe eines einzelnen Tons, sondern die des ganzen Signals, ohne das Tempo anzutasten.
Warum nicht einfach die Webseite
Die eine rät. Die andere misst.
Das Webradio kann den Ton auch verschieben — aber es muss dabei etwas annehmen, das oft nicht stimmt: dass jeder Sender auf 440 Hz liegt. Dann zieht es pauschal um denselben Betrag herunter.
Bei einer Aufnahme, die schon auf 442 liegt, landet man damit auf 434 statt auf 432. Bei einer historischen Einspielung auf 415 kann es deutlich danebengreifen.
Im Browser
Annehmen und ziehen
Nimmt 440 Hz an, rechnet den festen Faktor 432 ⁄ 440 und wendet ihn auf alles an. Bei einer Aufnahme, die woanders liegt, wandert der Fehler einfach mit.
Der Tuner
Messen und treffen
Bestimmt die tatsächliche Stimmung des laufenden Klangs und rechnet den Abstand zum Ziel daraus. Was auf 442 liegt, wird um 442 → 432 verschoben, nicht um 440 → 432.
Keine Installation im System, kein virtuelles Audiogerät auf dem Mac.
Das Tempo bleibt. Die Tonhöhe wandert allein.
436 Zusicherungen auf dem plattformfreien Kern, unter Linux gelaufen.
Im Echtzeit-Rückruf wird nichts belegt und kein Schloss genommen.
Woran es liegt, wenn es dein System noch nicht gibt
Drei Systeme, drei verschiedene Hindernisse.
Der Signalkern ist überall derselbe und fertig. Was sich unterscheidet, ist die Frage, ob ein System einer App überhaupt erlaubt, den Ton anzufassen — und das ist keine Frage des Aufwands.
Menüleisten-App. Greift den Systemton ab und ersetzt ihn, ohne dass du etwas umstellst. Erfordert macOS 14.4 oder neuer.
Beim ersten Einschalten fragt macOS nach der Berechtigung „Systemaudio aufnehmen“.
Windows hat kein Gegenstück zum Verfahren auf dem Mac: Der Systemton lässt sich mithören, aber nicht ersetzen. Die Fassung führt deshalb über ein virtuelles Audiogerät.
Der Kern läuft dort bereits — als Windows-DLL kreuzübersetzt und ausgeführt. Neu entsteht nur die Anbindung an die Ausgabe.
PipeWire sieht das Einhängen eines Filterknotens ausdrücklich vor. Das kommt dem Verfahren auf dem Mac am nächsten und ist von den drei Systemen der geradlinigste Weg.
Geplant als .deb für Ubuntu und Zorin.
Android
Kommt nicht — und zwar nicht, weil es zu aufwendig wäre, sondern weil dort die Grenze der Sandbox verläuft. Auf iOS gibt es kein Gegenstück in irgendeiner Form. Auf Android darf man fremden Ton nur mitschneiden, wenn die abspielende App es gestattet, und Spotify, Netflix und YouTube tun das nicht.
Was möglich wäre, ist etwas anderes: ein eigener Abspieler, der die Musik selbst in die Hand nimmt. Daran wird gedacht.
Zusammenspiel
Das Radio erkennt die App — wenn du es erlaubst.
Läuft der Tuner auf demselben Rechner, kann IYAMBAE Radio das bemerken und seine eigene, ratende Umstimmung abschalten. Dann übernimmt die App, die misst.
Gefragt wird dabei zweimal: Die Seite fragt einmal nach, und der Tuner fragt dich. Ohne deine Zustimmung erfährt keine Webseite, dass du ihn benutzt — auch nicht, dass er installiert ist.
Eine Liste erlaubter Webseiten im Programmtext wäre bequemer gewesen. Sie hätte nur die falsche Frage beantwortet.